Manga | In these words 1 (TogaQ, Kichiku Neko)

Ich muss zugeben, dass Sie eine Aura von perverser Romantik umgibt, Herr Shinohara.

Beim Stöbern auf der Seite meines Lieblings-Comichändlers Andi’s Comicexpress stieß ich auf dieses Manga und war sofort fasziniert. Sowohl vom Cover, das ich sehr mysteriös finde, als auch von der ’sinnliche Note‘ in dem Blick des abgebildeten Protagonisten, wenn man diesen genauer betrachtet. Da Thriller/Krimi eher weniger zu meinen bevorzugten Genres gehören, entschied ich dem Manga eine Chance zu geben, nachdem ich den Klappentext gelesen habe. Ich bin mir nicht mehr sicher, was ich erwartet habe, aber sicherlich nicht das, womit ich konfrontiert wurde.

Schon auf den ersten Seiten dachte ich mir Genau deswegen meide ich Thriller-Bücher/ -Comics/ – Manga, Aber es war nicht zu viel für mich, ich konnte es relativ gut verkraften, je mehr ich in die Geschichte um die Ermittlungen von Psychiater Katsuya Asano eintauchte. Die Thematik an sich fand ich in gewisser Weise beeindruckend, wodurch die Lektüre nicht schwierig wurde, sondern trotz zwischenzeitlicher Zweifel es mich unterhalten konnte. Ich konnte zwischendurch auch nicht pausieren, sondern habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Denn nun einmal durch die Seiten geblättert, musste ich weiterlesen. Ich war mir außerdem nicht sicher, ob ich das Manga wieder in die Hand nehmen würde, wenn ich es beiseite legen würde. Also las ich weiter und immer mehr gefiel mir die Methode der Autoren, den Leser durch das wiederholte  Switchen zwischen zwei Perspektiven zu verwirren. Zwischenzeitlich fragte ich mich selbst Moment, auf welcher Ebene befinde ich mich jetzt?, was sicherlich auch zu den Intentionen der Autoren gehört hat. Also begann ich die Arbeit hinter diesem Manga immer mehr zu schätzen, was ich am Anfang gar nicht gedacht hätte. Ich war, allem voran, geschockt von den Zeichnungen, naja am Anfang zumindest.

Die Zeichnungen… Ja, sie waren sehr präzise. Ich drücke es bewusst vorsichtig aus, denn auf den ersten Blick meine ich genau das, was ich sage: Man konnte sehr präzise erkennen, dass der Protagonist wirklich gutaussehend und attraktiv ist; genauso wie der Antagonist. Es gab sehr akkurat gefertigte Zeichnungen von den Gesichtern, aus denen man die jeweiligen Reaktionen auch ohne schriftliche Hilfen glasklar erkennen konnte. In Bezug auf den tiefgründigeren Teil meiner Aussage waren eben genau diese Eigenschaften in gewissen Parts auch so verstörend, denn es gibt neben dem homoerotischen Schwerpunkt auch sadosexuelle  Zeichnungen. Da ich bei Themen rund um Gewalt, Missbrauch vor allem in Verbindung mit Sex sehr sensibel bin, konnte ich das Buch aber trotzdem lesen, was mich zusätzlich überrascht hat.

Entsprechend war es für mich nachvollziehbar, als ich in einem Nachwort las, dass kein deutscher Verlag den dritten Band und alle darauf folgenden Bände mehr verlegen wollte, aufgrund der Thematik. Denn in Deutschland regnete es Kritiken bei der ersten Veröffentlichung, so dass sogar über die Lizenzierung diskutiert wurde. Aber es wurde vom Altraverse Verlag übernommen und dieses Jahr neu ediert.

Lassen sie mir doch meine… wie nannten Sie sie? Masturbationsfantasien. Sie werden den Zusammenhang schon bald verstehen.

In these words von TogaQ & Kichiku Neko hat mich trotz der sadosexuellen Abschnitte im Manga überzeugen können, auch wenn ich fast an meine Grenzen gestoßen bin. Aber ich wertschätze die Idee und die Arbeit dahinter und kann sagen, dass es im Großen und Ganzen gut gemacht wurde. In diesem Fall wäre Tauchgenuss der falsche Begriff, diese Kategorie drückt jedoch das aus, was ich über dieses Manga sagen möchte: Die Grundidee fand ich außergewöhnlich, aber gut gemacht und es animiert mich auf jeden Fall dazu, weiterzulesen. ich weiß ja jetzt was mich so ungefähr erwartet (sagte sie und fragte sich im Stillen Tue ich das tatsächlich??). Also würde ich es Lesern empfehlen, die Psycho-Thriller generell mögen und nicht gegen homoerotische und sadosexuelle Themen abgeneigt sind.

Allgemeine Informationen

  • Titel In these words 1
  • Autoren TohaQ, Kichiku Neko
  • Seiten 212
  • Preis 10,- (Paperback)
  • Verlag Altraverse (24. Mai 2018)

Seit Jahren treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Doch nun ist er endlich gefasst. Psychiater Katsuya Asano soll ihm ein Geständnis entlocken. Eingesperrt auf engstem Raum verwickelt ihn der charismatische Täter immer tiefer in seine Psychospielchen. Katsuya leidet an grausamen Albträumen und die Grenzen zwischen Realität und Traum verschwimmen immer mehr … Gibt es eine Verbindung zwischen ihm und dem Mörder? Quelle

3 Kommentare zu „Manga | In these words 1 (TogaQ, Kichiku Neko)

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