#TodsündenApril: Geiz

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Sie haben Geld um Krieg zu führen, aber nicht um die Armen zu Ernähren. (2 Pac Shakur, US-Rapper)

Wenn man den Begriff Geiz auf die heutige Lage in der Welt beziehen möchte, kann man dieses von dem verstorbenen Rapper geschilderte Phänomen leider an allen Ecken der Welt wiederfinden. Menschen, vor allem jene mit viel Geld und Macht, geben reichlich Geld für ihre eigennützigen Projekte aus, anstatt zu überlegen, wofür man diese Mittel statt dessen verwenden könnte und bei denen Andere ebenfalls davon profitieren könnten. An dieser Stelle möchte ich euch gerne eine Geschichte erzählen, die zu dieser Todsünde passt.

Es waren einmal 8 Geschwister: 2 Mädchen und 6 Jungs. Sie schworen sich im Kindesalter unter keinen Umständen den Kontakt zu verlieren, sondern immer einander mit allen Mitteln zu unterstützen. Nachdem alle Geschwister geheiratet haben, wurde jedoch erkennbar, dass nur einer von ihnen sich an sein Wort gehalten hat, vor allem, was den Punkt ‚mit allen Mitteln unterstützen‘ anbelangt. Das war der älteste Bruder, der sich für seine jüngeren Geschwister verantwortlich fühlte, so dass er die Anderen bei jeder Bitte finanziell unterstützte. Irgendwann jedoch brauchte auch der Älteste Hilfe, die ihm aber niemand gab. Drei von den mittlerweile erwachsenden Brüdern hatten selber nicht die Mittel, eine der Schwestern ist allein erziehend, arbeitet Vollzeit und meistert ihr Leben auch nur unter strapazierenden Umständen. Die andere Schwester arbeitet sich mehr oder weniger zu Tode, da sie eine Kaufsucht entwickelt hatte und dementsprechend auch nur an ihren eigenen Luxus dachte. Selbst ihren Kindern gewährte sie nur unter guter Begründung finanzielle Unterstützung. Die anderen beiden Brüder hätten theoretisch helfen können, einer von ihnen hatte sogar zugesagt, was der Älteste Bruder als verbindlich angesehen hatte. Irgendwie hat jener sich aber herausgeredet, so dass der Älteste Bruder in die Bredouille geriet, vor allem aber das Vertrauen in seine Geschwister verlor. Wochen später kam der Bruder, der dem Ältesten ursprünglich Hilfe versprochen hatte, mit seinem neuen Mercedes A KLasse an und wollte seine Freude mit seinem Bruder teilen. Dieser war einfach nur enttäuscht, als ihm bewusst wurde, dass sein Bruder nicht die Absicht hatte ihm finanziell zu helfen.

Der Grund warum ich diese kleine Geschichte hier niederschreibe ist, um aufzuzeigen, was Geiz mit Menschen anstellen und was es Menschen antun kann. Finanzielle Mittel dienen als Klassifizierung in der (deutschen) Gesellschaft. Dementsprechend gelten teure Autos, der Besitz eines Grundstücks Investitionen in Aktien etc. als Statussymbole, wodurch man eine gewisse Anerkennung erhält. Der Geiz des einen, sehr wohlhabenden Bruders hinderte ihn daran seinem Bruder zu helfen, der ihm selbst einst geholfen und zu seinem Reichtum verholfen hatte. Der Älteste jedoch hatte nicht eine Sekunde gezögert, als jener ihn um Hilfe bat, da es für ihn selbstverständlich war, seine vorhandenen Mittel mit seinem jüngeren Bruder bzw. mit all‘ seinen Geschwistern zu teilen. Die obige Geschichte der acht Geschwister ist keine Erfindung. Traurigerweise habe ich die Entwicklung miterlebt, wie diese Geschwister sich u.a. aufgrund dieses Ereignisses kaum noch sehen (möchten), geschweige denn mit einander telefonieren.

Diesen Aspekt kann man auch auf die aktuelle Weltpolitik übertragen, um den Bogen zu meiner Einleitung zu spannen. Materielle Dinge, Geld, Autos etc. kommen und gehen. Wenn wir sterben, werden wir das Geld nicht mitnehmen (wie man es in der Türkei gerne sagt). Wir sollten uns daher bewusst machen, was uns in unserem Leben wirklich wichtig ist.

Im Rahmen des Release von Band zwei der Deadly Sin-Saga (Superbia) von der lieben Lana Rotaru kursiert schon seit letzter Woche der Hashtag #TodsündenApril immer Mal wieder auf Facebook. Nachdem bereits einige tolle Bloggerinnen Beiträge zu gewissen Todsünden erstellt haben (u.a. habe ich bereits einen Beitrag zum Thema Neid veröffentlicht), kommt heute noch ein weiterer Beitrag zum Thema Geiz von mir.

Wenn ihr mögt könnt ihr gerne eure Meinungen oder vielleicht sogar Erfahrungen mit der Todsünde Geiz unten in den Kommentaren schreiben.

Habt einen schönen Karfreitag und schöne Ostern. Eure umivanebookie 

Meine Rezensionen zu Exordium und Superbia.

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14 Kommentare zu „#TodsündenApril: Geiz“

  1. Ein toller Beitrag zum Thema und eine sehr passende, wenn auch traurige Geschichte.
    Das Zitat zu Beginn finde ich übrigens gelungen. 🙂
    Ich mag Geizhälse nicht. 😀 Ich bin eher ein Mensch, der ständig Geld für andere ausgeben möchte. Gerade für diejenigen, die selbst nicht viel haben. Leute, die jeden Cent drei mal umdrehen sind mir suspekt, ebenso diejenigen, die jede Anschaffung toddiskutieren, selbst kleine oder sichtbar notwendige wie ne neue Couch oder so.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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  2. Wow, ein toller Beitrag.
    Die Geschichte erinnert mich stark an eine Gleichung aus der Bibel, mir fällt sie aber leider gerade nicht ein.
    Das lief glaube ich so ähnlich ab, falls ich das nicht verwechsel.
    Geizige Leute mag ich nicht.
    Leute, die zu vorschnell urteilen allerdings auch nicht.
    Das ist immer ein Balanceakt.

    Liebe Grüße
    Michèle

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    1. Danke Michéle 🙂
      Ja klar das stimmt, ich habe das auch nur erzählt, weil ich das miterlebt habe. Ich mag es auch nicht vorschnell zu urteilen. Im Endeffekt arbeitet ja jeder für sein Geld, aber ich bin so aufgewachsen, dass man innerhalb der Familie hilft wenn man es kann. Von daher hat mich die Familie, von der ich erzählt habe, vieles gelehrt und ich hoffe ich kann es irgendwann anders machen als sie, wenn es notwendig sein sollte 🙂
      LG ❤

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  3. Ein r sehr traurige Geschichte. Ich hab so etwas ähnliches auch schon mit einer ehemaligen Freundin erlebt allerdings geizte sie nicht mit Geld sondern Zeit. Das war kein schönes Erlebnis

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  4. eine traurige Geschichte, aber ich habe sie selbst so ähnlich erlebt. Als älteste habe ich meine zwei Brüder von klein auf unterstützt und umsorgt und wir drei waren viele Jahre lang unzertrennlich. Als sie einige Jahre nach mir geheiratet haben bzw. mit einer Partnerin zusammengezogen sind, hat sich das leider geändert. Und als ich nach der Scheidung von meinem alkoholkranken Mann Hilfe gebraucht hätte, waren weder sie noch meine Eltern für meine Kinder und mich da. Das hat mich zutiefst verletzt und enttäuscht und der Kontakt ist nie wieder so geworden, wie er mal war. Finde die Todsünden Aktion echt toll. Glg Karin 🙂

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    1. Wow Wahnsinn Karin,
      erst einmal danke für deine Ehrlichkeit, für diesen besonderen Kommentar und schade, dass du so etwas erleben musstest. Ich hoffe, dass du dich danach einigermaßen davon ‚erholen‘ konntest und es dir jetzt mit deinen Kindern besser geht.
      Ganz liebe Grüße, deine Ümran ❤

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