Rezension „Tränen im Wind“ (Olivia Mae) ⎜Werbung

 

In meinem Leben gibt es nur noch drei unumstößliche Wahrheiten:

Ich weiß, wer ich bin.

Ich weiß, was ich getan habe.

Ich weiß, dass ich am Tage meines Todes in die tiefsten und dunkelsten Winkel der Hölle gebracht werde.

Vor zwei Wochen erhielt ich ein Leseexemplar* von der Autorin, wofür ich der Autorin noch einmal ganz herzlich danken möchte. Da ich nun einige Bücher von Olivia kenne, freute ich mich schon mal auf ihren tollen Schreibstil und war neugierig, welche Geschichte sie sich für uns, ihre Leser, dieses Mal ausgesucht hatte. Mit vielen Dingen hatte ich nicht gerechnet, schon gar nicht damit, dass ich es innerhalb von zwei Tagen beenden würde, weil ich davon einfach nicht mehr loskam.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, ich brauche jedoch ein wenig Zeit zur Orientierung, denn die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt. Sobald ich mich zurechtfand, saugte ich jedes kleine Detail der jeweiligen Kapitel auf: Die erste Protagonistin, auf die ich traf, war Joana, eine junge Frau, die im Orden der Zisterzienserinnen Zuflucht suchte, jedoch keine Schwester im geistlichen Sinne ist. Ihre Kapitel waren meistens sehr bedrückend, da Joana von Trauer, Schuld und auch Wut lebendig verzehrt zu sein schien. Ich konnte mich gut in sie einfinden, ihre Gewissensbisse nachvollziehen und ihre Trauer war teilweise meine Eigene. Gleichzeitig konnte ich sie auch bewundern, da sie sich in einem kleinen aber feinen Maße weiterentwickelte, wie ich es nicht mehr für möglich gehalten hätte. Der Gegenpart in ihrer Zeit (um 1822) ist Ethan, der am Anfang nicht der ist, der er vorgibt zu sein, der sich aber viel Mühe gibt, um sie aus ihrer Lethargie und ihrer Verschwiegenheit herauszuholen. Am Anfang mochte ich ihn sehr, für die Art und Weise seiner Annäherungen, seiner Rücksicht usw. Aber am Ende blieb nur ein „Warum, Ethan, warum??“ zurück. Was ich damit meine, müsst ihr selbst in Erfahrung bringen, indem ihr das Buch lest.

Danach lernte ich Jane kennen, eine von Joanas Nachfahrinnen, deren Geschichte in der Gegenwart spielt und die ich sofort ins Herz schloss. Als ich sie kennen lernte, war sie zwar traumatisiert, aber sie ist trotzdem sanft und stark verblieben. Ihr Job als Restauratorin von Kupferstichen sowie ihre Begeisterung dafür, hat mich letzten Endes voll und ganz für sie eingenommen. Auch ihr Schicksal ist bedrückend, aber dank ihrer Arbeit hatte ich nicht das Gefühl, sie würde daran kaputt gehen – was ich teilweise bei Joana tatsächlich gedacht habe. Als dann Antonio in Erscheinung trat, hatte ich schon so ein Gefühl, dass dieser Strang der Geschichte noch interessant werden könnte. Nicht nur die italienische Redewendungen und Bezeichnungen vonseiten Antonios fand ich total sympathisch. Sondern auch seine insistierende, aber einfühlsame Art, mit welcher er Janes Geschichte herausfindet. Beide zusammen haben mir total gut gefallen, denn mit diesen beiden Figuren gab es immer etwas zu lachen, auch wenn mir das Lachen zwischenzeitlich im Halse stecken blieb. Am meisten freute ich mich immer auf die Passagen mit diesen beiden Streithähnen und war froh, dass es nicht allzu kitschig wurde.

Ob es für die jeweiligen Protagonisten ein Happy End gegeben hat, müsst ihr selbst herausfinden, aber ich kann euch schon mal verraten: Wenn es im ersten Moment den Anschein von einer bestimmten Richtung hat, vertraut nicht darauf. Es kann sich jederzeit so einiges Ändern!

Zum Schreibstil von Olivia gibt es nichts weiter zu sagen: Sie schreibt fantastisch, gefühlvoll, spannend und dieser Wechsel der Perspektiven schafft eine eigene, besondere Dynamik, die zusätzlich die Spannung erhöht. Ich hatte also gar keine Chance und musste das Buch innerhalb von etwa 48 Stunden durchlesen, weil es so packend war.

Verwirrt von ihrer belegen Stimme stand er auf und stellte sich neben sie, den Weidenbaum musternd: „Nun ich sehe eine Trauerweide, wie Sie sagten, und – kann das sein? Oh mein Gott!“

Tränen im Wind von Olivia Mae ist das erste Buch, dass ich im neuen Jahr gelesen, ins Herz geschlossen und geliebt habe. Nicht nur die schönen, authentischen Protagonisten gefielen mir auf ihre jeweiligen Arten sofort. Sondern ebenfalls das Setting der beiden Welten, die ich ebenfalls glaubwürdig finde und mich teilweise auch in diesen Welten wiedergefunden habe. Bis zum Ende konnte ich nicht sagen, wie es für beide Geschichten enden wird, Olivia hat den Leser einfach so toll und mehrmals in die Irre geführt und am Ende jeweils zu einem unerwarteten Ausgang geführt. Ein superschönes, gefühlvolles Buch voller Trauer, Schuld und Hoffnungslosigkeit, das mich sehr berührt hat. Es ist ein Lieblingsbookie, ein Highlight – jetzt schon, ja das geht – und ich empfehle es jedem, es unbedingt zu lesen! Klar gehört es damit auch in die Kategorie Tauchliebe.

 

Allgemeine Informationen – Werbung

  • Titel Tränen im Wind
  • Autorin Olivia Mae
  • Seitenzahl 267 Seiten
  • Preis 0,99 (eBook / Kindle Unlimited)
  • Verkauf durch Amazon Media EU S.à r.l. (1. Februar 2019)

Dies ist ein Rezensionsexemplar, worin es durch Verlinkungen Werbung enthalten kann. Diese setze ich freiwillig ohne dafür bezahlt zu werden. 

 

Ein längst vergessener Fluch.
Eine unerfüllte Liebe.
Eine schicksalshafte Fügung.

Die Vergangenheit und die Gegenwart sollen auf ewig miteinander verbunden sein. Das Blut der Sevrigs verfluche, ihre Sprösslinge verdamme ich! Die Mädchen sollen ihr Unglück in der Liebe finden, die Buben im Schoß der Weiden auf ewig die Augen schließen. Ertrinken sollen sie alle, so wie ich es musste. Ertrinken in ihrer Schande, ihrer Scham, ihren Lügen, ihren Fehlern. Ertrinken in ihren Hoffnungen, Wünschen, Erwartungen und Träumen.
Wie dumm wir doch sind …
Wie naiv wir doch waren …

Jane Sevrig, fast 30 Jahre alt, würde sich kaum als naiv bezeichnen, doch von jenem lange vor ihrer Zeit ausgesprochenem Fluch weiß sie Bescheid. Sie wie jedes andere weibliche Mitglied ihrer Familie. Denn aus dem Fluch ergab sich eine goldene Regel:
Sevrig Frauen heiraten nicht aus Liebe.
Die wahre Liebe führt immer nur zu großem Unheil …Quelle

3 Kommentare zu „Rezension „Tränen im Wind“ (Olivia Mae) ⎜Werbung

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