Rezension „Des Teufels Kopfgeldjäger“ (Sandra Binder)

Eines stand für mich unumstößlich fest: Es gibt mehr auf dieser Welt als das Offensichtliche; etwas Finsteres und Böses – und genau da wollte ich dazugehören.

Durch das tolle Cover und auch den sehr coolen Titel wurde ich aufmerksam auf dieses Buch. Ich freute mich sehr, dass der schöne Zeilengold Verlag mir ein Rezensionsexemplar zusandte, als ich es anfragte*. Also stürzte ich mich relativ schnell auf die Lektüre und war darauf gespannt, was mich erwartete.

Der Einstieg fiel mir tatsächlich ein wenig schwer, da ich Zeit benötigte, um mich in der Handlung allgemein zurechtzufinden, mich an den Schauplatz zu gewöhnen sowie die jeweiligen Kapitel, die überwiegend aus den Perspektiven der drei Hauptfiguren erzählt werden, entsprechend einsortieren zu können – es gab keine Hinweise aus wessen Perspektive erzählt wurde, indem beispielsweise ein Name zu finden war, aber man konnte es ‚herauslesen‘. Dieser Vorgang der Autorin hat mir richtig gut gefallen, da es die Spannung steigert – insbesondere zum Ende hin – und dadurch eine schöne Dynamik entstand, die sich über das gesamte Buch über erstreckte.

Der Beginn der Lektüre wurde für mich zusätzlich durch die Protagonistin Antonia erschwert, mit welcher ich mich erst nach fortgeschrittener Lektüre so richtig anzufreunden konnte. Sie ist nach außen hin eine starke Frau, die hart im Nehmen ist und ihren Job gut macht, dabei neigt sie manchmal jedoch zur Dramatik. Bevor sie ihre Zielperson aufspürt, sucht sie sich einen passenden Song aus, den sie im Hintergrund laufen lässt, während sie mit ihr kämpft. Mir fiel es teilweise schwer, mich in sie hineinzuversetzen, da sie im weiteren Verlauf des Buches unter abrupten Stimmungswandlungen litt, die ihr Gefühlschaos wunderbar zum Ausdruck brachten und mich dabei teilweise verwirrte. Aber dieses Gefühl empfinde ich als nachvollziehbar  und nicht als etwas Negatives. Insgesamt erscheint sie mir als eine authentische Figur, auch wenn ich teilweise meine Schwierigkeiten mit ihr hatte. Alek ist meiner Meinung nach eine sehr interessante Person, der seiner Stellung als Engel alle Ehre bereitet und entsprechend handelt. Bei den Abschnitten, die aus seinem Blickwinkel erzählt wurden, kamen sehr tiefgründige Überlegungen zum Vorschein, was mir sehr gefallen hat. Teilweise sorgten sie bei mir für Gänsehaut und ich musste gewisse Zeilen erst einmal auf mich wirken lassen, bevor ich weiterlesen konnte. Das hat mir richtig gut gefallen! Tai hingegen ist einer dieser Kerle, der gut aussieht mit seinem exotischen Touch, der sich dessen bewusst ist und sich nicht davor scheut diesen Vorteil zu seinen Gunsten einzusetzen. So auch bei Antonia, die sich darauf einlässt, ohne seine wahre Identität zu kennen – vorerst. Zwischendurch kommt eine Dreiecks-Beziehung zwischen den Dreien zustande – leider – da es teilweise grenzwertig für mich wurde, das durch eine gute Portion Kitsch nicht unbedingt aufgebessert wurde. Aber es war nicht extrem nervig, sondern noch in Maßen, weswegen ich hier keinen Abzug bei der Bewertung machen werde. Ich muss jedoch ganz ehrlich sagen, dass ich bis zum Ende des Buches nicht wirklich sagen kann, was die genaue Funktion von Lestat, dem „Kuschelvampir“ wie Antonia ihn liebevoll nennt, war. Mir fiel es sehr schwer mich in ihn hineinzuversetzen, da er für mich eher oberflächlich dargestellt wurde und ich mich nicht nur einmal gefragt habe, ob es einen entscheidenen Unterschied gemacht hätte, wenn er in der Geschichte fehlen würde. Ich kam zu keiner Antwort, also las ich einfach weiter, was gut war, denn ab der zweiten Hälfte des Buches tritt er mehr in den Vordergrund. Trotzdem erfährt der Leser nur sehr wenig über ihn, weswegen ich denke, dass es diesem Charakter an Tiefe fehlt, was sehr schade ist.

Mehr Tiefe habe ich mir allgemein gewünscht, da einige Gefühle in entscheidenden Situationen für mich nicht immer nachvollziehbar waren. Oftmals waren die abrupten Veränderungen für mich eher verwirrend. Gut, das Buch hat bereits 400 Seiten, viel länger will man das Buch vielleicht nicht mehr machen, aber trotzdem denke ich, dass an gewissen Stellen mehr Tiefe schöner, unterhaltsamer und weniger verwirrend gewesen wären.

Was mir aber richtig gut gefallen hat, war das Zusammenspiel der drei Ebenen – Das Obere Reich, Das Untere Reich und das was dazwischen liegt. Letzten Endes sorgen sie alle für ein Gleichgewicht, müssen aber durch gewisse Umstände entgegen ihrer Gewohnheiten zusammenarbeiten, um das Schlimmste zu verhindern. Dieser Part hat mir mega gut gefallen. Auch wenn ich teilweise durch die genannten Kritikpunkte ein zwei Tage mit der Lektüre pausiert habe, ist sie doch sehr spannend, so dass ich trotzdem bis zum Ende weiterlesen musste, um zu erfahren, was denn nun mit Antonia, Alek und Tai passieren würde, ob es Verluste geben würde und ob es in irgendeiner Weise ein ‚Happy End‘ für eine der Seiten geben würde. Das Ende war wirklich richtig genial und kam zu einer Schlussfolgerung, mit welcher ich so gar nicht gerechnet habe! Es ist wirklich ein fantastisches Ende geworden und ich kann sagen, dass ich immer noch total verblüfft über die Ereignisse bin, Hut ab liebe Sandra Binder!

Und wer aus tiefster Liebe handelt, kann der im Unrecht sein?

Des Teufels Kopfgeldjäger von Sandra Binder hat mir im Großen und Ganzen richtig gut gefallen, trotz meiner zwischenzeitlichen Probleme mit der Protagonistin und den Passagen, in denen ich mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht hätte. Aber die Geschichte konnte mich richtig überzeugen (besonders ab der zweiten Hälfte), zog mich immer weiter in seinen Bann, wodurch ich doch weiterlesen musste, als ich eigentlich pausieren wollte und endete so phänomenal, wodurch ich noch lange erstaunt, überrascht und verblüfft über das Ende nachdenken musste. Für mich gehört es ganz klar in die Kategorie Tauchgenuss, da mir die Lektüre wirklich großen Spaß gemacht hat und ich bis zum Ende einige Entwicklungen nicht erahnen konnte! Ein ganz klarer Lektüre-Tipp also und sollten meiner Meinung nach alle lesen, vor allem Urban Fantasy Fans!

 

Allgemeine Informationen

  • Titel Des Teufels Kopfgeldjäger
  • Autorin Sandra Binder
  • Seitenzahl 400 Seiten
  • Preis 14,90 (Taschenbuch)
  • Verlag Zeilengold Verlag (06. August 2018)

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Mein Name ist Antonia Stark, ich bin Kopfgeldjägerin des Teufels und ich weiß nicht, ob ich diesen Job überlebe.

Ein paar Vertragsbrüchige in die Hölle überführen hier, ein paar Nephilim auslöschen da. Mein Job könnte so einfach sein, aber nein, neuerdings hat einer dieser verdammten Engel nichts Besseres zu tun, als sich in meinen aktuellen Auftrag einzumischen. Die ganze Zeit redet er davon, dass ich auf dem falschen Weg bin, während mein Chef mich ganz oben auf die Abschussliste gesetzt hat. Höchste Zeit also, meinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, ein paar Leute umzulegen und mich dabei nicht aus Versehen in einen meiner Gegenspieler zu verlieben. Na, wenn es weiter nichts ist …
Ich bin schließlich Antonia Stark, Kopfgeldjägerin des Teufels, und ihr werdet alle brennen! Quelle

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