Meine Bücher und ich #4

Clary starrte ihn ⎣Simon⎦ an und blickte dann über die Schulter zu Jace, Isabelle und Alec zurück. Jace stand noch immer mit blutverschmiertem Hemd und dem Messer in der Hand da. Grinsend zuckte er halb entschuldigend, halb amüsiert die Achseln. Es schien ihn nicht zu überraschen, dass weder Simon noch der Türsteher ihn sehen konnten.

11. September 2010

Bei diesem Datum wird einem zwar immer noch mulmig zumute, wenn man bedenkt, was im Jahre 2001 in den USA passiert ist, aber natürlich hinderte mich das nicht an jenem Tag daran, nach der Uni eine Buchhandlung aufzusuchen und zu schauen, was es denn Neues in der Fantasy-Abteilung gäbe. Allerdings musste ich gar nicht so weit laufen, denn bereits kurz nachdem ich eingetreten war, fand ich einen Stand mit der deutschen Ausgabe von The Mortal Instruments Book 1: City of Bones (dt. Chroniken der Unterwelt Bd. 1: City of Bones) von Cassandra Clare. Das Cover dieser Edition, war jene des Filmplakats, sodass gleichzeitig Werbung für den parallel noch laufenden Kinofilm gemacht wurde und dieses zusätzlich dazu beitrug, dass ich mir das Buch genauer anschaute.

Ich nahm es also in die Hand und war von dem mysteriösen Zeichen im Zentrum des Buches gebannt. Als ich den Klappentext dazu las und mir dann auch noch die Bilder zum Film anschaute, war mein Interesse vollends geweckt. Daher war relativ schnell entschieden, dass ich den ersten Band dieser Reihe mit nach Hause nehmen würde. Wenn ich zurück an die Zeit denke, in der ich die Serie zum ersten Mal las, blicke ich den Erinnerungen ein wenig wehmütig entgegen, denn es war eine unglaubliche erste Begegnung mit den Protagonisten Clary, Jace, Simon, Isabelle, Alec und Magnus Bane, die ich am Liebsten – wie viele meiner Lieblings-Bücher – gerne noch einmal durchleben würde. Band eins war also binnen weniger Tage ausgelesen, was natürlich bedeutete, dass ich auch die anderen Bände lesen musste und sie mir nacheinander auch kaufte.

Denk daran, dass es nicht die Monster waren, vor denen deine Mutter aus der Verborgenen Welt geflohen ist und vor denen sie sich versteckt hielt. Nicht die Hexenmeister, nicht die Werwölfe, nicht das Lichte Volk, nicht einmal Dämonen. Es waren SIE. Es waren die Schattenjäger.

Ich tauchte in eine Welt voller (High-) Fantasy-Wesen, die ich so auf diese Weise noch nicht kannte, die mich überzeugen, ja sogar begeistern konnte. Nicht nur die besondere Welt der Schattenjäger, die durch Runen besondere Kräfte erlangen bzw. bei Verletzungen durch diese geheilt werden können. Sondern auch die Geschichte in ihrem Kern ist so unglaublich gut ausgearbeitet worden: Die Verbindungen zu gefallenen Engeln, die Rolle des Antagonisten Valentin, das ‚Zuhause‘ der Schattenjäger mit ihren Besonderheiten. Selbst die einzelnen Zitate, die einen jeden Teil der jeweiligen Bücher einleiten, passten in ihrer Funktion einfach wie die Faust aufs Auge! All‘ dies habe ich beim Lesen wie ein Schwamm aufgesogen und konnte gar nicht genug bekommen von diesen ganzen Büchern. Zugegeben, teilweise wurde es klischeehaft mit einer gewissen Dreiecks-Beziehung und auch den Launen der Protagonistin, wenn alles Mal zu viel wurde. Aber im Großen und Ganzen ist ihre Entwicklung während der gesamten 6 Bände authentisch, nachvollziehbar und logisch. Dieses Abenteuer, auf das ich mich mit der genannten Truppe begab war einfach ohnegleichen: Mit jedem Buch wuchs die Tiefe der Geschichte, kamen Dinge zutage, die alle (nicht nur den Leser) schockten, verwirrten, verzweifeln ließen bzw. die überraschten, erfreuten und sogar teilweise zu Tränen rührten – folglich insgesamt für ein unglaubliches Gefühl beim Lesen sorgten.

Nach Beenden der Serie war es, wie es immer so ist bei Büchern, die wir ins Herz schließen: Man will wissen, wie es endet, aber eigentlich will man nicht, dass es endet. Und jedes Mal wenn ich diese Reihe erneut lese – was ich mindestens ein Mal im Jahr tue – dann könnte ich eigentlich wieder von vorne anfangen, weil es so schön war bzw. ist.

Seitdem ist es eines meiner Lieblings-Bücher und festigte nach Harry Potter und Twilight meine Liebe zum Genre Fantasy, das ich danach zu meinem bevorzugten Genre auserkoren hatte. Und: Ich habe es seitdem nicht eine Minute bereut! Ich liebe Welten, in denen Fabel- und Fantasy-Wesen erscheinen und eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Geschichte spielen. Und da gibt es einige Autoren, die in diesem Genre schon Meisterwerke erschaffen haben, die den Leser einfach vom Stuhl wegpusten, aber das ist dann etwas, was an einem anderen Tag in einem anderen Beitrag erzählt werden will.

Haach, gerade jetzt, wo ich zum Ende dieses Beitrages gekommen bin, habe ich wieder riesige Lust und die Unterwelt von Brooklyn einzutauchen und die ganze Story durch einen Besuch im Pandemonium, worauf fatale Dinge folgen werden, von Neuem zu erleben.

„Du willst mich doch verarschen“, sagte der Türsteher und verschränkte die Arme vor seiner breiten Brust. Er schaute auf den Jungen mit der roten Reißverschlussjacke hinab und schüttelte den kahl rasierten Schädel…

***

Dieses war ein weiterer Beitrag zu der Rubrik Meine Bücher und Ich, in welchem ich meine (Lieblings-) Bücher vorstelle, wobei ich die Jahrestage, in denen ich sie mir kaufte, oft eine bestimmte Rolle spielen. Denn zumeist verbinde ich den Erwerb jener Bücher mit gewissen Lebensabschnitten. Teilweise wird es sich also anbieten, die Bedeutung meiner Bücher für mich anzusprechen, da sie mir in schwierigen Zeiten über den Weg gelaufen sind und mir ‚beigestanden‘ haben oder mich an gewisse schöne Erlebnisse erinnern.

Ich wünsche euch einen wunderbaren Abend  ❤

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3 Antworten auf „Meine Bücher und ich #4

  1. Hallo Ümi,

    ein schöner Beitrag. Ja, Fantasyliteratur kann schon was Schönes sein. Ich muss jedoch gestehen, Chroniken der Unterwelt steht in meinem Regal, aber ich habe den ersten Band noch nicht mal zu Ende gelesen. Ist irgendwie nicht meins. Aber so wie es Dir mit den Chroniken geht, geht es mir mit den Büchern von Raymond Feist. ich mag die Midkemia-Saga sehr und habe da auch meine Lieblingshelden, die ich bisweilen immer mal wieder zur Hand nehmen muss.

    LG Kerstin

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    1. Liebe Kerstin,

      danke, das freut mich! 🙂
      Jaa Fantasy ist wirklich super, die perfekte Abwechslung zur Realität für mich.
      Schade, dass dir CoB nicht so gefallen hat, aber das ist ja Geschmacksache.
      Ich bin ein riesiger Fan von Rereads, wäre ja schade, wenn man großartige Bücher nur ein Mal lesen würde – finde ich zumindest, andere nutzen die Zeit lieber für ungelesene Bücher, was ja auch ok ist.

      LG
      Ümi

      Gefällt 1 Person

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