Rezension „Die Prophezeiung des magischen Steins“ (Stephan M. Rother)

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Es gibt Menschen, die sich ihr Leben lang im Harfespielen üben, und die es darin doch niemals zur Meisterschaft bringen […] Andere wiederum legen zum ersten Mal ihre Finger auf die Saiten und mit einem Mal ist es… […] Als ob du deine Haare dein Leben lang in eine bestimmte Seite gekämmt hast.

Durch eine Werbe-Mail von NetGalley wurde ich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Schon der Klappentext konnte mich richtig überzeugen und ich hatte große Lust es zu lesen. Glücklicherweise erhielt ich das Buch auf Anfrage hin rasch und konnte gleich mit dem Lesen loslegen. Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar.*

Bereits der Einstieg gefiel mir sehr gut: Nach wenigen Zeilen wurde dem Leser klar gemacht, dass es sich um eine ernste Angelegenheit handelt. Aber durch witzige Vergleiche und humorvolle Kommentare wird die Ernsthaftigkeit ein wenig aufgelockert, was nicht zuletzt an den Beschreibungen über die Gnome lag. Nun mag der Eine oder Andere denken, dass besagter Humor die Figuren und Ereignisse ins Lächerliche ziehen würde, aber dies ist nicht der Fall: Es ist witzig genug geschrieben, ohne aber die Ernsthaftigkeit der eigentlichen Angelegenheit zu verlieren, sodass die Authentizität der Geschichte nicht darunter leidet.

Man ist sofort im Geschehen drinnen, aber durch den schönen, erfrischenden und lockeren Schreibstil des Autors hatte ich nach wenigen Seiten das Gefühl, als würde ich das Buch schon seit mehreren Stunden lesen und mich wunderbar in den Geschehnissen orientieren können. Der Einstieg fiel mir daher nicht schwer und sorgte dafür, dass ich bereits auf den ersten Seiten schon bestens unterhalten wurde.

Von den Protagonisten bin ich richtig begeistert, nicht nur durch ihre unterschiedlichen Charakteristiken, mit denen sie von Stephan M. Rother ausgestattet wurden, sondern weil jeder von ihnen der Geschichte einen bereichernden Zusatz verlieh und die Geschichte mit jeder weiteren Figur noch schöner, interessanter, besonderer und spannender gestaltet wurde. Meine Favoritin aber ist –  ganz klar – Morgat, die Magierin. Sie hatte die besten Sprüche, die so herrlich sarkastisch waren, dass ich schon schmunzeln musste, wenn nur ihr Name fiel. Sie ist so eine wichtige Figur im Buch und hat mir das Gesamtpaket einfach nur versüßt. Sie ist – wortwörtlich – fantastisch! Die Protagonisten Dafydd und Livia sind ebenfalls sehr beeindruckend geformt: Er ist der Held der Geschichte der am Anfang denkt „Niemals!“, dann aber mit seinen Aufgaben wächst und sich insgesamt gut macht. Sie hingegen ist zu Beginn zwar überrumpelt, aber bereit es allen zu zeigen – besonders denen, die an ihr zweifeln und sie nicht ernst nehmen. Palatin, der weise Mentor ist auch eine besondere Figur, den sich – glaube ich – jeder gerne wünschen würde: Ein Ratgeber, der für alle Fälle ein aufmunterndes Wörtchen auf den Lippen hat und dabei mit seiner Harfe klimpert, einfach super! Der Zwerg Fhargolf war mit seiner poetischen Note auch eine fantastische Ergänzung für die gesamte Truppe, der zwar nicht unbedingt gesprächig ist, aber seine wenigen gesagten Worte sehr bedeutungsvoll sind. Alle zusammen waren einfach großartig ausgearbeitet und in ihrer Diversität immer noch authentisch. Der Autor hat hierbei wirklich großartige Arbeit geleistet!

Zunächst wurden die Ereignisse überwiegend aus Dafydds Sicht erzählt. Ab etwa der Mitte des Buches wurde sie jedoch aus unterschiedlichen Perspektiven im Wechsel dargestellt, wodurch die persönlichen Empfindungen, Gedanken usw. eines jeden Protagonisten deutlich wurden und diese Vorgehensweise des Autors zudem die Spannung stetig erhöhte.

Die Angst war in ihm. Sie war Teil von ihm, wie die Blindheit jetzt Teil von ihm war. In diesem Augenblick nahm er die Blindheit hin und mit ihr die Angst, und tastete sich weiter nach vorn.

Die Prophezeiung des magischen Steins von Stephan M. Rother war ein unglaublich tolles Erlebnis und wirklich High Fantasy vom Allerfeinsten! Ich hatte schon seit längerem kein so tolles Buch mehr gelesen und bin so froh, es angefragt, erhalten und lieben gelernt zu haben! Es überzeugte mich in jeglicher Hinsicht: Tolle Grundidee, ein unglaublich toller Schreibstil mit witzigen Passagen und großartig ausgearbeiteten Protagonisten, die durch ihre jeweilige Authentizität der Geschichte viele wundervolle Farben verlieh und sie letzten Endes kunterbunt gestaltete! Ein Highlight des Monats, ach was DES JAHRES, und ein absolutes Muss für alle! Bei allen Superlativa, die ich verwendet habe, muss ich jedoch hinzufügen: Man kann es nicht erklären, man muss es gelesen haben! Also ran da und dieses Buch lesen, jetzt sofort! Ganz klar und undebattierbar: Tauchliebe und ein neues Lieblingsbookie!

Allgemeine Informationen

Er ist ein Meisterwerk der alten Elben, eine der mächtigsten Schöpfungen ihrer Magie: der singende Stein. Dass ausgerechnet Dafydd, Lehrling des Barden Palatin, der Träger des magischen Steins sein soll, um dessen Besitz Kriege geführt wurden, vermag er kaum zu glauben. Und doch findet er sich bald mit Palatin, Prinzessin Livia, einem Gnom, einem Zwerg und der schrulligen Hexe Morgat im größten Abenteuer seines Lebens wieder. Können die Gefährten verhindern, dass das Land, wie sie es kennen, vergeht? Und kann die Magie des Steins auch Dafydds persönliches Glück beeinflussen? Denn trotz aller Standesunterschiede schlägt sein Herz für Prinzessin Livia … Quelle

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