Manga | Blame 1 (Tsutomu Nihei)

Die Behörde setzt wohl wieder auf alte Technologie. Eine alte Baumaschine. Wir hingegen wissen nicht mal mehr, was die Schrift auf unserer Netzhaut bedeutet.

Immer wieder stolperte ich über dieses Manga, dessen Cover zwar minimalistisch gestaltet ist, es aber ausdrucksstark und interessant genug für mich war, es als mein erstes Manga zu kaufen. Vorher hatte ich mich nicht an dieses Genre herangetraut, aber in diesem Fall überwand ich mich und legte auch gleich los mit der Lektüre.

Bevor ich das Manga jedoch öffnete – das ich mir übrigens in der Master Edition besorgt habe – mutmaßte ich über die Thematik des Büchleins. Ist die darauf abgebildete Person ein Roboter (weil es in Richtung Science Fiction geht) oder eher ein Krieger, der in Verbindung mit dem Titel Blame steht? Meine Neugier wuchs immer mehr, sodass ich dann endlich loslegte.

Den Anfang empfand ich als ein wenig konfus, da ich mich zunächst in dem Manga zurechtfinden musste, das ja seine eigenen Regeln der Lektüre aufweist. Zudem musste ich mich im Kontext zurechtfinden, da der Leser sofort in die Geschehnisse geworfen wird.

 

Auf den ersten Seiten traf ich auf skurrile, unnatürliche Figuren, die in einer kahlen, trostlos wirkenden Welt sehr schön und düster dargestellt werden. Dieses verlieh der Story eine zusätzliche düstere Note, was mir auf Anhieb gefallen hat. Wie es mir bereits in Marvel- und DC- Comics aufgefallen ist, merkte ich auch hier sehr schnell, dass die Zeichnungen auch wunderbar ohne Text auskamen und für sich sprachen. Vielleicht waren sie GERADE DANN sogar am aussagekräftigsten.

Es gab gewisse Zeichnungen, bei welchen ich den Eindruck hatte, dass der Autor bzw. Zeichner die Aufmerksamkeit auf etwas Bestimmtes lenken wollte und deswegen alles Andere ‚ungenauer‘ gezeichnet hat. Ob dieser Eindruck wirklich zu den Intentionen des Autors bzw. Zeichners gehören oder nicht, ich fand selbst diese Möglichkeit sehr beeindruckend.

Der Protagonist Killy wirkte die gesamte Lektüre über unscheinbar für mich. Selbst jetzt wenn ich überlege was ich über ihn sagen könnte, sind das doch nur wenige Worte und diese würden spoilern. Auf jeden Fall wirkt er kleinlich und viele seiner Kontrahenten unterschätzen ihn aufgrund dessen, was sie aber sehr schnell bereuen.

Das ‚Netzwerk‘ wirkte anfangs sehr schäbig und fragil auf mich, stellte sich jedoch als eine sehr moderne Technologie heraus, was ich schon wieder richtig faszinierend fand! Zwar trotzdem karg und minimalistisch, ist es jedoch auf höchstem Nivieau, eine sehr coole Welt also, die Tsutomu Nihei erschaffen hat. Zwischendurch wurde das Geballer mit der Waffe Killys ein wenig zu viel für mich, aber so richtig als Kritikpunkt würde ich das jetzt nicht bezeichnen, eher als Randbemerkung.

In etwa der Mitte des Buches tauchten eine Handvoll kolorierter Seiten auf, die mich doch verwunderten. Denn ich hatte mich an das schwarz-weiß schon sehr gewöhnt, dass (vermutlich) die Düsternis der Gegenden und der Geschichte allgemein unterstreichen sollte und war im ersten Moment verwirrt.

Allerdings fand ich die Wirkung der Farben auf mich wiederum beeindruckend, da ich plötzlich das Gefühl hatte, dass sich mit den Farben auch die Atmosphäre im Buch veränderten. Verrückt was ‚ein paar Farbkleckse‘ so bewirken können!

Blame 1 von Tsutomu Nihei hat mir von der Grundidee her, der Science-Fiction-Welt und den präzisen und eindrucksvollen Zeichnungen her sehr gut gefallen. Der Autor bzw. Zeichner überraschte mich mehrmals, nicht zuletzt durch seine textlosen Abschnitte im Buch sowie den wenigen farbig gestalteten Zeichnungen, welche die Story in ihrer Wirkung tatsächlich veränderten. Ich war wirklich baff von dieser Erkenntnis, habe die Lektüre sehr genossen und möchte es daher mit Tauchgenuss bewerten. Ich empfehle es jedem Sci-Fi- und Manga-Fan (denen sowieso) zu lesen. Auch wenn ihr anfangs nicht sicher seid wie ich, traut euch. Tolle und eindrucksvolle Unterhaltung erwartet euch hier und dafür, dass es mein erstes Manga ist, bin ich wirklich begeistert!

Allgemeine Informationen

  • Titel Blame 1
  • Autorin Tsutomu Nihei
  • Seiten 384
  • Preis 28,- (Master Edition)
  • Verlag Manga Cult (11. Oktober 2017)

BLAME!, der Sci-Fi-Klassiker von Star-Mangaka Tsutomu Nihei ist zurück. In einer edlen sechsbändigen Collector’s Edition und neuer Übersetzung – schöner und besser als je zuvor.

Der wortkarge, aber dafür visuell umso beeindruckendere Manga begleitet den Einzelgänger Killy auf seiner gefährlichen Suche nach den Netzwerkgenen, die der Schlüssel zum Wissen der gesamten Menschheit sind. Seine Reise führt ihn bis in die oberen Ebenen der gigantischen Megastruktur, die sich konstant weiter ausbreitet und sowohl die Erde als auch den Mond umschließt. Dort stellt er sich dem Kampf gegen mächtige Cyborgs und irre Mutanten. Quelle

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