Rezension „Die Zeitwächterin“ (Lillith Korn)

Lass mich dir eine Geschichte erzählen. Vor längerer Zeit, wobei das relativ ist, wie Einstein schon sagte, gab es zwei Dämonen, die nach mehr Macht strebten. Sie hießen Atros und Lyewaru und waren wie füreinander geschaffen.

Aufmerksam auf dieses Buch wurde ich in den sozialen Medien, als ich das Cover sah und hin und weg war. Da ich auch schon Bücher von der lieben Lillith Korn gelesen habe, wurde ich neugierig auf ihr neuestes Werk und fragte es im wunderschönen Zeilengold Verlag an. Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!*

Der Einstieg in die Geschichte bedurfte seiner Zeit, da ich zunächst die Protagonisten kennen lernen wollte, mich im Gesamtbild der Ereignisse orientieren musste, um die Geschehnisse in den gesamten Kontext einordnen zu können. Das dauerte allerdings, wobei ich auch sagen muss, dass ich zu Beginn das Gefühl hatte mit den Informationen ein wenig überfordert zu sein, aber dieses Gefühl dauerte zum Glück nur kurz an.

Die authentische Darstellung der Protagonisten ist der Autorin meines Erachtens ganz gut gelungen: Thekla ist ein intelligentes junges Mädchen, das gerade ihren Schulabschluss hinter sich gebracht hat und sich nun ausprobieren möchte. Infolgedessen macht sie ein Praktikum in einem Antiquariat, wo sie Matteo kennen lernt. Ihre Beziehung zu ihrer kleinen Schwester Nele finde ich sehr süß, der sie so leicht nichts vormachen kann, so dass viele gemeinsame Szenen mir das eine oder andere Schmunzeln entlocken konnten. Ihre Verwirrung, Angst und auch Überforderung, als sie die Wahrheit über gewisse Dinge erfährt, konnte ich während der Lektüre sehr gut nachvollziehen und litt teilweise sogar mit ihr mit. Eine sehr sympatische Figur, die sich gut durch die neu erworbenen Informationen und die Ereignisse durchgeschlagen hat.

Matteo, ein sehr netter und diskreter (nicht Macho-hafter) Südländer, welcher nicht derjenige ist, wofür man ihn auf den ersten Blick halten mag, gefällt mir sehr. Durch die Erläuterungen von Lillith kann ich mir den ‚italienischen Wind‘, den er in die Geschichte mitbringt, gut vorstellen. Er ist ein sehr lieber Freund und Mentor für Thekla und seine zwischendurch eingeworfenen italienischen Ausdrücke machen ihn sympathischer und auch authentischer! Ihn muss man einfach mögen und ins Herz schließen!

Jedes Kapitel wurde mit einem schönen Bildchen einer Taschenuhr sowie einem Zitat eingeleitet, was bei mir die Steigerung der Neugier und der Spannung bewirkte. Auch der Zusammenhang dieser beiden Details mit der Geschichte als Ganzes finde ich gut gelungen. Zudem sind die Kapitel relativ kurz gehalten, was ich aber sehr angenehm finde, denn dadurch wurde das Pausieren einfacher. Aber bei mir führte es ab dem zweiten Drittel des Buches auch zu einer immer weiter steigenden Neugier. Dass die Geschichte sich gut lesen lässt, ist ein zusätzlicher Pluspunkt, den ich hier auch nennen möchte.

Einige Kleinigkeiten habe ich jedoch zu kritisieren: Zum Einen ist das die zu Beginn leicht empfundene Überforderung aufgrund der zahlreichen Informationen, die ich bereits erwähnt habe. Zum Anderen der Wunsch von meiner Seite, einige Seiten zu der Geschichte hinzuzufügen, wodurch sie (meiner Meinung nach) noch etwas an Tiefe gewonnen hätte, die ich zum Ende hin leider etwas vermisst habe.

Es ist eine Schande, dass sie auch über mein Leben verfügen, denn einst war ich einer von ihnen.

Die Zeitwächterin von Lillith Korn hat mich im Großen und Ganzen mit den authentischen Protagonisten, der Grundidee sowie dem Aufbau des Buches gut unterhalten. Auch wenn ich einige Mängel zu kritisieren habe, finde ich doch, dass es eine gut gelungene Geschichte geworden ist, deren Lektüre wirklich ein schönes Abenteuer war. Aus diesem Grund bewerte ich es mit sehr viel Tauchpotenzial und kann es als ein Buch für zwischendurch empfehlen!

Allgemeine Informationen

Eine Seele, älter als die Zeit.

Nach einem Museumsbesuch steht Theklas Welt still – wortwörtlich. Als sich der Vorfall wiederholt, muss sie feststellen, dass niemand außer ihr die Zeitaussetzer bemerkt, geschweige denn ihr glaubt.
Sie begibt sich allein auf die Suche nach Antworten und stößt auf unerwartete Hilfe von dem Antiquar Matteo. Er erklärt ihr, dass sie die Zeit anhalten und in ihr reisen kann, und bietet ihr an, sie zu trainieren. Doch woher stammt sein Wissen?
Bei ihren Zeitreisen sucht Thekla zudem eine bedrohliche Stimme heim.
Schnell wird das begonnene Abenteuer zum bitteren Ernst … bis Thekla schließlich vor einer unvorstellbaren Entscheidung steht: Sollte sie ein Leben für viele andere opfern? Quelle

Advertisements

2 Antworten auf „Rezension „Die Zeitwächterin“ (Lillith Korn)

  1. Pingback: Junibookies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s