Special Saturday: Autoreninterview mit Melanie Neubert

Liebe Buchmenschen,

willkommen zu einem neuen Autoreninterview, das ich mit der coolen und lieben Melanie Neubert machen durfte. Ich habe mich total gefreut, als sie sich Zeit für meine Fragen nahm, weil ich die Autorin von Angus. Nenn‘ es Heimat unbedingt näher kennen lernen wollte. Sie schickte mir richtig tolle und teilweise auch lustige Antworten zurück, wodurch ich sie noch sympathischer fand, als ich es schon während unserer Korrespondenz tat. Mir hat ihr Schreibstil bei Angus. Nenn‘ es Heimat sehr gefallen genauso wie die Welt in welcher der Protagonist lebt, weswegen ich die Autorin auch einiges zur Vorgeschichte (zum eigentlichen Roman Angus) fragen musste. 

Hallo liebe Melanie, erst einmal möchte ich Dir danken, dass Du Dir die Zeit nimmst, mir ein paar Fragen über Dich und Deine Bücher zu beantworten. Magst Du vielleicht selber erst einmal etwas über Dich erzählen?
Erst einmal DANKE, für das Interview! ❤
Ich bin unglaublich schusselig, Mama eines schlafunwilligen Kindergartenkindes, dauerübermüdet, zeitweise verwirrt (vorwiegend in meinen Schreibphasen), bin in Gesprächen eher passiv als aktiv … Und ich kann super kochen – nicht … Obwohl mein Freund meine Käse-Lauch-Suppe lobt. Ab und zu. Mein Brot verdiene ich als Ergotherapeutin in einer Klinik.
Und … ich kann anscheinend direkt nur alles Negative aufzählen, wenn ich mich vorstellen soll 😀 Ich bin sonst lieb und recht langweilig, fürchte ich.

Das mit dem ‚langweilig‘ bezweifle ich stak 😉 Ich beginne zur Auflockerung mal mit ein paar allgemeinen Fragen
Du hast einen Wunsch frei, was würdest du dir wünschen?
Ganz schnulzig: Zufriedenheit für alle. Wer zufrieden ist, fängt seltener Streit an, teilt eher, fühlt sich im allgemein ausgeglichener. Es wäre der erste Schritt zum Frieden, denke ich.

Da bin ich ganz bei Dir! Du liebst …
Harmonie, meine Familie, Ausflüge mit der Familie (was der Harmonie irgendwie widerspricht), regelmäßig meine Ruhe, Schokolade, Ausschlafen. Kann man das schon pflegeleicht nennen?

*Schmunzel* Wenn Du es für immer vermeiden könntest, würdest Du … nicht (mehr) tun.
Prokrastinieren! Und ich würde höchstwahrscheinlich nicht mehr soooo viel Schokolade aus Dummheit/Langeweile/Stress essen und stattdessen irgendwas anderes als Ausgleich machen. Sport oder öfter schief Singen …

Du wärst gerne eine Figur/Person in (Film/Buch) …
»Die Chronik von Sirkara 1+2«! Die Geschichte ist schon recht alt (deutsche Erstveröffentlichung 1998), aber wenn man eine stereotype Geschichte erwartet, bläst es einem so richtig den Kopf weg. Und ich möchte wissen, wie sie endet! (Den finalen dritten Band gibt es nur auf englisch. Und bisher habe ich mich noch an kein englisches Buch herangetraut, obwohl ich es mir immer wieder vornehme.)

Dein Lieblings-Bösewicht ist …
Den Film-Loki finde ich Mega lustig.
Ansonsten haben mein Freund und ich einen gemeinsamen Lieblings-Bösewicht … Unser Kind, wenn es abends nicht schlafen möchte 😉

Als fantastisches Wesen wärst Du gerne mal …, weil …
Eine Harpyie! Je nachdem welche Version man nimmt, sind sie echt cool! Sie haben Flügel, sind gute Sänger und können (je nachdem) auch reden.

Das letzte Buch, das Dich richtig begeistert/enttäuscht hat, war …, weil …
+ »This new World« von Laura Newman.
Mir sind beim Lesen so oft Vergleiche eingefallen, wo andere Autoren (auch ich) einfach mit der Geschichte aufgehört hätten. Oder an anderen Stellen einsetzen würden, die einfacher wären. Laura hat mich immer wieder überrascht.
– … So richtige Enttäuschungen hatte ich in letzter Zeit eigentlich gar nicht. Das letzte Buch, das ich abgebrochen hatte, war vor vielen, vielen Jahren »Sabrina – Total verhext«.

Aah cool, »Sabrina« kenne ich noch als Serie, man ist das lange her! Was ist Dein Lieblingsbuch und/oder das Buch, das Dich dazu veranlasste zu schreiben?
Animorphs!* Die Bücher brachten mich dazu meine erste Geschichte zu verfassen, die über langweiliges Alltags-Blabla hinausreichte. Meine erste und bis dahin einzige Fan-Fiction. (Die im übrigen kurz darauf mit meinem Lern-Laptop gestorben ist.)
Aber »This new World« hat mich im letzten Jahr angeregt meine eigenen Grenzen als Autorin zu überdenken und in künftigen Werken mutiger zu werden.

* Eine Kinder-/Jugendbuch-Serie in der sich Kinder in Tiere »Morphen« (Verwandeln) können, um die Erde vor Außerirdischen zu schützen.

Wahnsinn, Animorphs kenne ich auch noch, das habe ich als 12-jährige etwa auch gelesen! Du bringst gerade Erinnerungen hoch… Aber, weiter im Text.

Nun hätte ich auch einige speziellere Fragen zu Deinen Büchern. Du hast zunächst eine Vorgeschichte zum eigentlichen Roman veröffentlicht. Ich muss sagen, dass ich die Idee richtig cool fand, weil Du mich damit (auf beide Werke) sehr neugierig gemacht hast. Wie kamst Du auf diese Idee? Was war als Erstes da, der Hauptroman oder die Idee der Vorgeschichte als ‚Appetithäppchen‘?
Die Vorgeschichte war nie geplant. Aber nachdem der zweite Abschnitt des Hauptromans getippt war, brauchte ich eine Pause. Angus musste so viel Leid ertragen, dass ich selbst Atem holen wollte, um für den letzten Teil gewappnet zu sein. Jedoch durfte ich den Bezug zu ihm nicht verlieren, da es das ganze Projekt gefährdet hätte. Und so entschied ich mich ihn näher kennenzulernen. – Als Kind, das seine Familie über das eigene Leben stellt.

Die Welt von Angus ist sehr düster. Beim Lesen der Vorgeschichte habe ich die ganze Zeit mit ihm gebangt und gezittert. Was inspirierte Dich zum Niederschreiben dieser Geschichte?
Die Frage: »Wie viel kann der jüngere Angus bereits ertragen?«
Es war für mich ein (nur im groben durchgeplantes) Experiment, da über die Hälfte des Romanes bereits getippt war.
Der »kleine« Angus hat es mir leicht gemacht. Wir sind durch die Vorgeschichte irgendwie näher zusammengerückt.

Das klingt total spannend! Ich muss sagen, dass ich Deinen Schreibstil richtig toll finde. Du beschreibst die Gefühle so zutreffend und schön, die Welt ist so … ich möchte nicht spoilern, aber sie ist so ›grausam‹ und ›düster‹ und beim Lesen habe ich das Gefühl, in dieser Welt, ja ›festzustecken‹. Hast Du schon immer daran gedacht zu schreiben?
Danke für die lieben Worte, sie bedeuten mir viel! ❤
Mit ca. 10 Jahren wollte ich schon schreiben, fand mich aber unheimlich schlecht (nachdem ich ältere »Werke« in der Schublade gefunden habe). In der Pubertät lag die Leidenschaft brach. Ich habe sie schlichtweg vergessen. Erst mit Anfang 20 begann ich wieder damit und tue es fast täglich.

Du hast nun Deine ersten Babys in die Welt hinausgeschickt. Was möchtest Du Deinen (künftigen) Lesern mitgeben und was wünschst du dir für Angus?
Im Gegensatz zur Vorgeschichte bitte ich darum, dass die Hauptgeschichte in einer ausgeglicheneren Phase des Lebens gelesen wird. Angus muss viel erleiden, weil ich nicht so viel Schlafen durfte, wie ich wollte. 😉
Ansonsten wünsche ich mir für Angus, dass seine Geschichten gelesen werden, dass er rumkommt und die Leser zwar Leiden, aber am Leben lässt, wie es sich gehört.

Danke für den Tipp, ich werde auf jeden Fall darauf achten! Übrigens finde ich dein Nachwort auch supercool!

Die Letzte Frage stelle ich jedem, daher lasse ich sie auch auf Dich los 😀 : Kannst Du uns schon etwas über Dein aktuelles/ als nächstes geplantes Projekt verraten?
Vorweg: Ich lege mich auf kein Genre fest. Das entscheiden die Geschichten/Charaktere. Nur reine Liebesromane und Erotik wird man von mir nicht erwarten können.
Das nächste Projekt, sofern alles klappt, ist eines, dass mich schon seit zehn Jahren begleitet. Arbeitstitel »Meritiare«.
Es geht von der dystopischen Zukunft von Angus zurück ins Jahr 1600 und der Grundfrage: »Was, wenn du in einer fremden Epoche aufwachst – ohne Erinnerung, ohne Namen – aber der Drang etwas Bestimmtes zu finden dich bis zum Wahnsinn antreibt.«

Vielen Dank für deine Zeit, liebe Melanie, es hat Spaß gemacht mehr über Dich zu erfahren und dein neues Projekt klingt auch richtig spannend, ich freue mich darauf! Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und wünsche Angus nur das Beste!
Vielen lieben Dank, Ümran. Das wünsche ich dir auch! Das Interview werde ich mir an die Wand pinnen ❤ Deine Fragen waren super!

Ich hoffe ich konnte euch neugierig(er als vorher) machen und ihr werdet Angus eine Chance geben. Mir hat die Vorgeschichte sehr gefallen und ich freue mich schon darauf den Hauptroman zu lesen! Falls ihr immer noch unsicher sied, könnt ihr euch gerne die Leseprobe runterladen und mal reinschnuppern. Ansonsten hoffe ich, dass euch das Lesen des Interviews genauso viel Spaß gemacht hat, wie es bei mir beim Stellen der Fragen der Fall war!

Ich wünsche euch einen schönen Abend, eure umivankebookie

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2 Kommentare zu „Special Saturday: Autoreninterview mit Melanie Neubert“

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