Rezension „Nation Alpha“ (Christin Thomas)

Drei Jahrhunderte, stößt sie hervor. Vielleicht wird es Zeit für eine Veränderung.

Ich entdeckte dieses Buch auf der Facebook – Seite des Verlags und wurde bei dem Thema sehr neugierig darauf. Daher fragte ich es beim schönen Zeilengold Verlag an und erhielt es glücklicherweise sehr zügig. Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!*

Ich ging ohne große Erwartungen jedoch sehr neugierig an die Lektüre heran und es überraschte mich schon auf den ersten Seiten: Der Leser wird in die Welt von Grace geworfen, die gerade im Begriff ist an einen neuen Herrn verkauft zu werden. Man erfährt in den ersten Kapiteln von ihrer Welt als (dunkelhäutige) Omega – ergo als Sklavin – in einer Welt von (weißen) Alphas. Zudem wird erläutert wie die Ideologie des Nation Alpha entstanden ist und wie die ‚Praxis‘ in Graces Welt (zunächst noch Omega 4 genannt) funktioniert. Demnach fiel mir der Einstieg nicht schwer, denn ich war von Anfang an von der Welt, die die Autorin geschaffen hat, fasziniert und saugte Informationen über die Nation Alpha sowie die Rolle der Alphas und Omegas hier wie ein Schwamm auf.

Grace fand ich am Anfang ein wenig naiv. Außerdem hatte sie sich (für meinen Geschmack) zu sehr mit ihrem Schicksal und ihren teilweise unberechtigten Bestrafungen abgefunden. Mit der Zeit erkannte ich die Hintergründe für diese Erscheinung und wurde Zeugin ihrer einmaligen Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte machte. Ich konnte mich sehr gut in ihre Gefühle hineinversetzen, welche von Christin Thomas so akkurat und unglaublich rührend beschrieben wurden. Nicht nur einmal hatte ich Tränen in den Augen, weil mich die Worte der Autorin so sehr berührt haben. Die Wandlung der Protagonistin empfinde ich als sehr nachvollziehbar, ich bewunderte bis zum Ende ihren Mut sowie ihre Selbstlosigkeit und war so stolz auf sie! Ein unglaublich toller Charakter, der so gut und tiefgründig geformt wurde, weswegen ich mich vor der Autorin verneigen möchte! Auch Jasmin finde ich wundervoll und habe sie auf Anhieb ins Herz geschlossen. Bei Kain war ich bis zu einem gewissen Punkt misstrauisch, aber auch hier finde ich es geschickt von Christin gehandhabt! Doktor Fischer hat mich ebenfalls sehr berührt, auch wenn ich ihn am Anfang eher weniger mochte. Als er sich jedoch langsam öffnete, lernte ich auch seine Rolle sehr zu schätzen!

Der Antagonist, Alpha One, der größte Tyrann in der Nation Alpha, war ebenfalls in meinen Augen wunderbar ausgearbeitet: Allein wenn sein Name fiel, dachte ich mir immer wieder ‚Jetzt kommt wieder was auf die Hauptfiguren zu‘, und meistens lag ich in meiner Vermutung richtig. Er faszinierte mich ebenfalls durch seine grausame und skrupellose Art.

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich schön: Die Kunst über die Gefühle einer Person zu beschreiben, die sich als minderwertig ansieht und auch so behandelt wird, stelle ich mir keineswegs leicht vor, weswegen ich hier sagen muss: Hut ab vor der Autorin! Es gab viele emotionale Passagen in Buch, die mich zu Tränen rührten und einfach so wunderbar beschrieben wurden; einfach wow! Zudem hielt sich die Spannung bis zum Ende hin bzw. am Ende gab es ein Finale in dem Sinne, wo ich vor Neugier fast geplatzt bin, weil ich bis zum Ende nicht genau einschätzen konnte, wie das Buch genau enden würde. Zum Schluss brauchte ich sogar eine Art Verschnaufpause, damit ich alles auf mich wirken lassen konnte und erst nach einer längeren Weile imstande war, meine Empfindungen über das Gelesene in Worte zu fassen.

Das Nachwort finde ich sehr bewegend, da hinter der Geschichte von Grace die Intention der Autorin steckt, auf das Thema „Rassismus“ und „Diskriminierung“ aufmerksam zu machen sowie Menschen dazu zu bewegen, nicht wegzuschauen. Dafür möchte ich der Autorin zusätzlich danken, da sie sich zu diesem Thema viele Gedanken gemacht hat und diese Gedanken sie letztlich dazu bewogen haben, Graces Geschichte zu erzählen.

Du bist so selbstlos, sagt Doktor Fischer […]. Du hast dir diese Freiheit nicht nur erkämpft, sondern du hast sie die wahrlich verdient.

Nation Alpha von Christin Thomas hat mich nicht nur überrascht und überzeugt, sondern diese tolle Geschichte hat mich regelrecht umgehauen. Es war einfach eine unglaublich spannende, emotionale und auch sehr (be-)rührende Reise, die ich mit Grace unternommen habe! Von der ersten Seiten an habe ich die Lektüre sehr genossen, kam nur schwer zum pausieren, da ich wissen musste, wie es weitergeht und ich kann das größte Lob aussprechen, das einem fantastischen Buch wie diesem nur zusteht: Es war großartig! Es ist nicht nur ein neues Lieblingsbookie, sondern ein Highlight des Jahres, das ich zusätzlich zu meinem Favoriten des Monats küren möchte. Liebe Christin, ich verneige mich vor deinen Beweggründen, diese Geschichte zu schreiben, deinem unglaublichen Talent Gefühle eloquent und auf berührende Art auszudrücken sowie diesem wunderbaren Resultat, das dabei herausgekommen ist. Ganz klar gehört es in die Kategorie Tauchliebe und muss von jedem, JEDEM! gelesen werden.

Allgemeine Informationen

Ich bin eine Omega. Wir werden als Sklaven für die Königsrasse der Alphas gezüchtet und haben keine Rechte, keinen Namen, kein Leben. Man behandelt uns nicht wie Menschen, sondern wie Ware. Nach dreihundertjährigem Martyrium wollen die Alphas uns auslöschen und durch Maschinen ersetzen. Meine Zeit ist abgelaufen, falls der verzweifelte Rettungsplan nicht gelingt. Doch wer würde darauf bauen, wenn die sogenannten Retter selbst Alphas sind? Kann ich ihnen vertrauen oder ist unser Untergang bereits besiegelt? (Quelle)

Advertisements

6 Antworten auf „Rezension „Nation Alpha“ (Christin Thomas)

  1. Liebe Ümi,

    Eine tolle Rezension 🙂 das Buch liegt auf meinem Sub und wartet sehnsüchtig darauf, dass es gelesen wird. Dein Fazit hat mich auf jeden Fall sehr neugierig gemacht und ich werde es hoffentlich bald schaffen 🙂
    Du hast wirklich schöne Worte gefunden 🙂

    Liebe Grüße,
    Marion ❤

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Aprilbookies
  3. Eine großartige Rezension zu einem großartigen Buch.
    Ich hab mich hier auf eine ganz besondere Reise begeben, indem ich zuerst die Inspirationsquelle las. Mos Dokumentation beschreibt den Rassismus heute, Christins literarische Umsetzung eine mögliche Zukunft – und das war schon erschütternd!
    Ich hab dich bei meiner Rezension verlinkt.
    Gruß, Daniela

    Gefällt mir

    1. Liebe Daniela,

      schön, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat, wie mir. Ich finde die Umsetzung richtig supergut gelungen und werde mir das Buch noch als Print besorgen! Danke für die Verlinkung zu deiner Rezension, gerne revanchiere ich mich bei dir 😉

      LG, Ümi

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s