Rezension „Die Ruinen von Ahrn Sul“ (Olivia Mae)

„Deine Aufgabe ist es, die heiligen Schriften zu retten und nach Aschengarten zu bringen!“

Ash, Sohn des mächtigsten Feuerkönigs aller Zeiten, steht vor seiner letzten Prüfung. Er muss nach Ahrn Sul reisen, die dunklen Tiefen der Ruine erobern, den ehemaligen Palast erreichen und die heiligen Worte seines Volkes, verewigt auf einer vergilbten Rolle Pergament, an sich bringen.
Er kennt den theoretischen Weg. 
Er kennt sein Ziel. 
Aber er kennt nicht seine Feinde.
Denn als er in die Dunkelheit tritt, scheinen seine Albträume aus längst vergangenen Kindheitstagen wahr zu werden. Er wird vom Jäger zum Gejagten und muss alles geben, um nicht das Wichtigste zu verlieren, was er besitzt: sein Leben

Die Ruinen von Ahrn Sul ist die erste Nebengeschichte, die im Requia-Universum spielt, aber nicht zwingend mit den anderen Büchern gelesen werden muss. Jede Nebengeschichte ist in sich abgeschlossen und beleuchtet einen Moment im Leben meiner Protagonisten der Requia-Reihe. Quelle

Entweder lebst du mit der Schande, deine Männer gerettet, oder mit der Schande, sie in den bewussten Tod geführt zu haben. Welche Schande du wählst, Ash, kann ich dir nicht abnehmen. Aber… wähle weise…

Nachdem ich die beiden bestehenden Bände der Requia-Reihe von Olivia Mae kennen und lieben lernen durfte, musste ich natürlich auch die erste Sidestory lesen! Ich habe eines der auf 50 limitierten Taschenbücher ergattern können, so dass meine Requia-Sammlung wächst und gedeiht.

In die Geschichte und das Geschehen fand ich mich rasch ein, denn ich tauchte in die mir bereits vertraute Welt von Requia und freute mich auf ein ‚Wiedersehen‘ mit einer meiner liebsten Protagonisten Ash. Der Sohn des Fahirs, dem König der Ruu, muss eine abenteuerliche Aufgabe erfüllen um sich als Nachfolger des Throns würdig zu erweisen. Und was für ein Abenteuer es war! Der Leser befindet sich gleich mitten im Geschehen, findet sich jedoch dank der kurzen und guten Erklärungen der Autorin nach kurzer Zeit gut zurecht. Die Kapitel sind kurz (wie die gesamte Geschichte eigentlich), werden stets mit einem ‚Zitat‘ eingeleitet, welche auf die ehemaligen Ereignisse verweisen. Erst am Ende begriff ich welche Funktion diese Zitate für die gesamte Kurzgeschichte hatten und war mal wieder von dem Einfallsreichtum und dem Geschick der Autorin begeistert. Liebe Olivia, chapeau!

In den Protagonisten Ash konnte ich mich gut hineinversetzen. In dieser Sidestory reift er gerade zum Mann heran, d.h. er ist nicht wirklich vergleichbar mit dem Ash den manch einer aus der ersten Requia-Staffel kennt. Hier merkt man ihm seine jungen Jahre an, vor allem den Druck, dem er als Nachfolger des Fahirs standhalten muss, da er zudem kein ‚reiner‘ Ruu ist, was zusätzlich zu einer Last für ihn wird. Ich konnte seine Zweifel, seinen Frust und auch teilweise seine Verzweiflung gut nachempfinden, der Kerl hatte es schon von Kindesbeinen auf nicht einfach. Sein Waffenbruder Phau war auch ein toller Charakter, der nicht nur Ashs Bruder sondern gleichzeitig seine Familie war und ihn dementsprechend immer beschützte. Zusammen mit Ash verhielten sie sich manchmal wie zwei pubertierende aber süße Teenager, die mit ihrer ordentlichen Portion Sarkasmus bei mir für viele Lacher sorgten.

Gut, dass ich ein ausgezeichnetes Ego habe, sonst würde ich mir mit einer Bisswunde im Fuß, einer Wade, die doppelt so dick ist wie normal, einem Waffengefährten, der mich arme Jungfrau als fett bezeichnet und mit einem Milchmädchen vergleicht echt… schlecht fühlen.

Auch trifft der Leser wieder auf Kita, die hier als ein sehr süßes Phönix-Küken beschrieben wird, es aber im Kampf faustdick hinter den Ohren hat. Ich liebte sie (wie Ash) schon von Anfang an!

Der Schreibstil von Olivia ist ja jedes Mal ein wahrer Genuss für meine Augen und so auch dieses Mal. Ich war bereits von den genannten Zitaten zu Beginn der Kapitel begeistert, die wieder einen Hauch von Poesie enthielten. Auch im Verlauf der Kurzgeschichte bewirkte die Autorin mit ihrer einzigartigen Art zu schreiben, dass die Spannung wuchs und am Ende mit einem riesigen Knall zum Ende kam. Dieses Ende… oooh mein Gott! Außerdem sind in der Sidestory einige schlichte Bilder zu finden, die eine jeweilige Situation und/oder Person darstellten, was ich angemessen finde. Am Ende gibt Olivia dem Leser wieder allgemeine Informationen über die Welt von Requia mit ihren Völkern und deren Besonderheiten, so dass es (wie die Autorin bereits darauf hinweist) nicht notwendig ist, die ersten beiden Bände der ersten Staffel zu kennen. Bereits im Vorwort vereist sie darauf, in welcher Zeit man etwa die Sidestory einordnen kann (nämlich vor der ersten Requia-Staffel), was eine zusätzliche Hilfe für mich war.

Requia: die Ruinen von Ahrn Sul ist mal wieder eine wunderbare Geschichte aus der Requia-Welt, die ich ja schon ins Herz geschlossen habe. Die erste Sidestory steht den beiden Bänden der ersten Staffel in nichts nach: Tolle, authentische Protagonisten, wunderbare poetische Abschnitte, die jedes Kapitel begleiten und durchgehende Spannung auf etwa 140 Seiten bis zum Schluss! Ich sage es nicht wegen der Seitenlänge, sondern weil ich der unglaublich tollen Schriftstellerin Jane Austen nur zustimmen kann: ‚Wenn ein Buch gut geschrieben ist, finde ich es immer zu kurz‘. Wieder eine Tauchliebe (die Erste im neuen Jahr), mit der ich dieses Buch bewerten möchte, weil es einfach fantastisch war!

Allgemeine Informationen

  • Titel Requia Sidestory: Die Ruinen von Ahrn Sul
  • Autorin Olivia Mae
  • Seitenzahl 140 Seiten
  • Preis 8,90 (TB), 3,99 (eBook)
  • Verlag  Selfpublisher (Dezember 2017)
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