Rezension „Requia Band 2: Erkenntnis“ (Olivia Mae)

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Triff deine Wahl,
lass die Dunkelheit nicht obsiegen …
Das Schicksal treibt die Völker von Aurelis zu verzweifelten Taten. Die Einen, unbesiegbar, die Anderen, unzerstörbar. Und in der Mitte jene, die das Wohl aller im Auge haben, und doch nichts am Lauf der Zeit ändern können.
Denn niemand vermag die Zukunft vorherzusehen …
Und niemand vermag die Vergangenheit zu ändern …
In diesem Dilemma gefangen, müssen sich alle erneut entscheiden: Wem werden sie folgen? 
Ihrer Angst …
… oder ihrem Herzen?
„Sie bemühte sich um eine aufrechte Haltung, aber es misslang. Die Schultern gebeugt, der Rucksack zu schwer, die Beine träge und das Herz erfroren. In dieser Sekunde war sie sich absolut sicher, dass sie nie wieder in ihrem Leben lachen würde. Glück gab es für Menschen wie sie nicht.“ (Quelle)

ACHTUNG BAND ZWEI EINER REIHE. Wenn der erste Band nicht bekannt sein sollte, besteht die Gefahr gespoilert zu werden! Meine Rezension zu Band 1 findet ihr hier.

Wenn du dem Licht den Schatten nimmst, gibt es kein Schatten mehr im Licht, und kein Licht mehr im Schatten.

Nachdem ich im Sommer den ersten Teil gelesen habe und so begeistert davon war, musste ich natürlich auch weiterlesen, als der Folgeband erschien.

Der Einstieg in den zweiten Band fiel mir sehr leicht, da dank meines Notizzettels für Band 1 gewisse Ereignisse und Details (Völker, Protagonisten usw.) wieder präsent waren. Ich war wieder richtig im Geschehen drin, sobald ich die ersten Seiten las und kam gar nicht mehr davon weg. Der ‚Trick‘ der Autorin, aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen, so dass man in den ‚Nur-noch-ein-Kapitel‘-Teufelskreis gerät, funktionierte auch in diesem Teil wieder richtig gut bei mir. Ich las einige Stunden lang und bemerkte irgendwann „Oh, schon 150 Seiten gelesen. Das habe ich gar nicht bemerkt.“ Das allein spricht schon für das Buch!

Es gibt ein Wiedersehen mit gewissen Protagonisten aus dem vorangehenden Buch: Auf Aire, Ash, Korand, Quar, Iris, Rahel, Yana und Marius trifft der Leser wieder an, aber auch einige neue Figuren kommen mit ins Spiel. Dazu gehören beispielsweise Evoras, Valerias und die Prinzessin der Anassus, bei denen ich überzeugt bin, dass sie im Folgeband noch eine besondere Rolle spielen werden. Die Charaktere sind authentisch und in jede konnte ich mich gut hineinversetzen: Weiterhin sind meine ‚Favoriten‘ Aire, die hier eine interessante Entwicklung erfährt; Madras, die nun unabhängig und für ihr Leben selbst verantwortlich ist; und Ash, den ich mittlerweile so sehr ins Herz geschlossen habe und der enorme Lasten auf den Schultern tragen muss. Die Prinzessin der Anassus finde ich ebenfalls sehr beeindruckend und bewundere sie für ihre mehr oder minder stabilen Nerven in einer für sie unglaublich gefährlichen Zeit. Alle Figuren finde ich authentisch und glaubwürdig ausgearbeitet und muss die Autorin erneut für die Vielfalt an Persönlichkeiten und ihren jeweiligen Besonderheiten loben. Ich habe mit den Protagonisten bis zum Ende mitgefiebert, mitgelitten, mitgeschrien und auf das Ende hin immer wieder gebangt. Sowohl die Figuren als auch die Schauplätze finde ich unheimlich gut gelungen und habe die ganze Welt von Requia ins Herz geschlossen!

Die Spannung hält sich das ganze Buch über, insbesondere dank der ständig wechselnden Perspektiven, so dass man irgendwie immer weiterblättern muss. Am Ende der jeweiligen Kapitel gab es zudem Mini-Cliffhanger, so dass das Pausieren manchmal wirklich schwierig wurde. Die Sprache ist (weiterhin) teilweise altertümlich angehaucht, so dass die düstere Atmosphäre im Buch meiner Meinung nach richtig gut zu fassen ist. Es gab viele Stellen während der Lektüre, die ich als nicht vorhersehbar empfand und dementsprechend überrascht bzw. schockiert war. Ebenso erschlossen sich mir einige Ereignisse, die bereits im ersten Buch angesprochen wurden, besser, so dass es mehrmals zum ‚Aha‘-Moment kam.

In diesem Teil gibt es ebenfalls Hilfen vonseiten der Autorin für den Leser, in Form von Aussprache der Namen bzw. der Völker sowie auch ein Glossar, in dem Erklärungen zu den Planeten, Völkern, Gebieten usw. gegeben werden. Gerade wenn eine längere Pause bei der Lektüre zwischen den beiden Bänden stattgefunden hat, ist dieser Teil enorm hilfreich. Ein ‚Was bisher geschah‘- Kapitel gibt es am Anfang nicht, was aber durch das Glossar nicht unbedingt notwendig ist.

Ein Versprechen stand für die Ehre des Trägers. Er war ein ehrenvoller Mann – noch nie hatte er sein Wort gebrochen. Umso schwerer fiel ihm diesmal die Entscheidung.

Das zweite Band aus der Reihe Requia – Rekenntnis von Olivia Mae ist noch besser als der Erste: Die Figuren, alt wie neu, sind wunderbar ausgearbeitet und authentisch, so dass ich mich in sie hinein versetzen konnte. Zudem tat die andauernde Spannung, sowie die Erklärung gewisser Andeutungen aus dem ersten Buch ihr übriges, um die Lesestunden interessanter und packender zu gestalten. Ein fantastisches Buch, das ebenfalls seine Schock-Momente hatte, in denen ich einfach fassungslos die Buchstaben anschaute die eine Zeit lang nicht wirklich Sinn ergaben, weil ich es nicht zulassen wollte. Ein unglaubliches Meisterwerk in meinen Augen, weswegen nur Tauchliebe als Bewertung möglich ist! Liebe Olivia, ich verneige mich vor deinem Werk, deinem Talent und der Welt, die du kreiert hast. Ich liebe sie und kann es kaum erwarten, bis Teil drei erscheint!

Allgemeine Informationen

  • Titel Requia – Erkenntnis
  • Autorin Olivia Mae
  • Seitenzahl 480 Seiten
  • Preis 12,90 (TB), 19,90 (HC)
  • Verlag  Selfpublisher (1. September 2017)

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2 Kommentare zu „Rezension „Requia Band 2: Erkenntnis“ (Olivia Mae)

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