Blogtour: Wofür kämpst du?

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Im Rahmen der Blogtour zu Splitterleben von Jenna Strack, die schon seit letzten Freitag mit Beiträgen von wunderbaren Bloggerinnen gefüllt wird, kommt heute mein Beitrag zu der Frage: Wofür kämpfst du?

Ich denke jeder hat seine Kämpfe, die er/sie im Leben durchstehen muss, egal ob sie von kurzer oder langer Dauer sind. Bei mir fing es September/Oktober 2013 an, als ich meinen Uni-Abschluss knapp verpasst habe, weil ich durch eine Französisch-Klausur durchgefallen war. In dem Moment, in dem ich es erfahren habe, war es nicht real. Das eigentliche was mich kaputt gemacht hat, war erstens die Tatsache, dass es an einem Fehlerpunkt gescheitert ist und zweitens, dass ich mir von meiner Dozentin noch anhören durfte: „Ja Sie sehen ja, Sie können es einfach nicht“. (viel später hatte ich erst daran gedacht, dass 1 Fehlerpunkt GAR NICHTS über meine Kenntnisse aussagt).

„Alles okay“. Tatsächlich ist nichts okay.

Ich bin dann in ein Loch gefallen, weil ich anfing an mir selbst zu zweifeln, an meinen Fähigkeiten. Auch begann ich, die Richtigkeit meines Weges infrage zu stellen, den ich schon seit 7 Jahren gegangen war, den ich eigentlich bald abschließen wollte und der schon immer Höhen und Tiefen gehabt hatte. Ich habe angefangen mich in meine Schale zurückzuziehen, ich habe kaum Zeit mit meiner Familie verbracht, habe mich über mehrere Monate nicht bei meinen Freunden gemeldet (eine dankte es mir indem sie mir vorwarf, dass ich mich nicht melden würde und mich fallen ließ), ich war ein Semester lang nie wirklich in der Uni usw. Jedem, der es hören wollte, sagte ich, alles sei ok, weil ich keine Lust und keine Kraft hatte, mich bei irgendwem zu rechtfertigen, warum ich denn jetzt doch keinen Abschluss bekomme. Sie, d.h. einige Familienmitglieder, hätten es eh nicht verstanden, weil sie wenn überhaupt einen Hauptschul-Abschluss haben, mir dann aber vorwerfen, ich hätte es nicht geschafft. Vor allem wollte ich nicht, dass meine Eltern sich noch mehr Sorgen machten und versuchte stark zu sein. Alles in Allem hatte ich knapp ein Jahr lang wirklich keine schöne Zeit, denn ich hatte mein Ziel aus den Augen verloren und wusste nicht was ich tun sollte.

Hätte, würde, könnte.

Nichts ist so sinnlos, wie über die Dinge nachzudenken, die man nicht mehr ändern kann.

Mein Weg führte mich dahin, meinen Studiengang zu wechseln (von Staatsexamen zu Master of Education; im Prinzip ist es dasselbe Ziel, nur mit einem anderen Studienweg). Ich habe einen Umweg gemacht, indem ich versucht habe mich für das Englisch-Studium vorzubereiten, wofür ich dann den TOEFL-Test brauchte, den dann auch mit einem Fehlerpunkt verpatzt habe und dementsprechend Englisch auch gelaufen war…. Es war zum verrückt werden, wirklich. Sätze wie, ‚hätte ich mehr gelernt, professionelle Hilfe angenommen‘, etc. waren täglich in meinem Kopf. Aber es war für mich auch ein Zeichen „Nein verdammt, du bleibst auf deinem ursprünglich eingeschlagenen Weg, du gehst ihn nur länger als Andere!“.

Irgendwann dachte ich mir dann: „Wissen Sie was, Frau T.? Ich zeig Ihnen, dass ich es nämlich DOCH kann“. Denn ich wusste, ich würde auf gar keinen Fall mein Studium abbrechen, sondern ich würde kämpfen und es packen. Und nach und nach kamen die ersten Erfolge, nach denen sich mein nur noch sporadisch vorhandenes Selbstbewusstsein so sehr gesehnt hatte. Die Sorgendkind-Klausur habe ich vor ein und halb Jahren bestanden und schreibe gerade meine Masterarbeit in Französischer Literaturwissenschaft.

Eine meiner besten Freundinnen sagte vor kurzem zu mir: „Ümi, Französisch ist dein Schicksal“, und sie hat recht. Ich wäre unglücklich gewesen, wenn ich es aufgegeben hätte und so dachte ich mir „Kämpfe, selbst wenn es dann wieder nicht klappt, hast du wenigstens dein Bestes gegeben“. Es hat sich bei mir zwar eine Prüfungsangst entwickelt, aber ich habe sie gemeistert und musste jedes Mal ein paar Tränen verdrücken, denn der Schmerz sitzt mir noch heute, nach drei und halb Jahren, immer noch tief in den Knochen. Ich weiß viele werden es nicht verstehen, warum ich deswegen weine, aber das zeigt einfach, dass ich bis heute immer noch weiterkämpfe, um mein Ziel zu erreichen.

Wenn man etwas stark genug will, dann erreicht man es auch.

Ich habe nicht aufgegeben, ich habe weitergekämpft, weil ich es einfach wollte. Und meinen SchülerInnen werde ich später sagen, dass sie alles tun können, sie müssen nur den Po hochkriegen und kämpfen, genauso wie ich 😉

Ich weiß, dass es viel schlimmere Kämpfe gibt, die manch Einer ausfechten muss und es nicht immer gut ausgeht (wie zum Beispiel in meinem Fall). Aber ich bin dankbar, dass ich auf dem besten Weg bin, mein Ziel bald zu erreichen und dass doch eine Handvoll Menschen an meiner Seite geblieben sind, mich unterstützen und bis heute mit mir leiden ❤ Ich habe wirklich Glück gehabt!

Man das war sehr persönlich und auch jetzt, wenn ich das alles aufschreibe und Revue passieren lasse, spüre ich immer noch den Schmerz und die Verzweiflung von damals, aber auch den Stolz, dass ich durchgehalten habe und dieses Mal wirklich fast durch bin, um bald endlich ins Berufsleben einzusteigen.

Das war eine Facette von mir 😉 , eure umivankebookie

Haaaaalt, da war ja noch etwas 😉 Und zwar könnt ihr ein eBook zu Splitterleben von Jenna Strack und ein Goodie-Pack gewinnen. Zeit habt ihr bis Freitag Abend 20 Uhr. Viel Glück 🙂

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19 Kommentare zu „Blogtour: Wofür kämpst du?“

  1. Das ist ein sehr schöner Beitrag ❤ Solche Dozenten und Lehrer gehören verboten, die einem sagen "das kannst du einfach nicht". Sie sollen einem doch Mut machen, und einen nicht dazu bringen (noch mehr) an sich selbst zu zweifeln. Es ist super, dass du deinen Weg trotzdem weitergegangen bist und nicht aufgegeben hast! Man bereut immer nur die Dinge, die man nicht getan hat 🙂 Ich wünsche dir alles Gute für deine Masterarbeit!

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