Rezension “ Die Seele des Ozeans“ (Britta Strauß)

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„Geschichten aus den Tiefen der nordischen See erzählen von einer todkranken Schriftstellerin, die sich an die einsame Küste Nordirlands zurückzieht. Von einem geheimnisvollen Fremden mit dem Blut des Meeres in den Adern, der dazu bestimmt ist, für die Liebe das größte aller Opfer zu bringen. Sie erzählen die Geschichte eines weißen Narwals, und die einer Liebe, so tief wie der Ozean.“

Dieser Klappentext steht auf dem Buch, das Kjell von seiner sterbenden Mutter geschenkt bekommt. Es ist ihr Vermächtnis. Ihr letztes Geschenk an ihn. Kjell flüchtet sich in die Welt des Buches, und beginnt bald zu spüren, wie Fiktion und Wirklichkeit verschmelzen. Die fantastischen Fäden des Romans verweben sich mit seinem Leben, Kapitel für Kapitel erkennt er, wer er wirklich ist – und wie sehr das unglaubliche Mysterium, das sich ihm langsam zwischen den Zeilen offenbart, sein Leben verändern wird. Das Meer verbirgt viele Geheimnisse, aber das Größte lebt in ihm selbst. (Quelle)

Ganz langsam glitten sie weiter hinaus, immer weiter und weiter, bis der Strand in der Nacht verschwunden war und es nur noch den wogenden Ozean gab. Die Wärme seines Körpers nahm zu, vertrieb die Kälte und hüllte sie in einen schützenden Kokon.

Wieder hat mich das Cover ungemein angesprochen und bei Begriffen wie „Ozean“, „Meer“, „See“ usw. bin ich ja meistens sehr schnell sehr neugierig, so dass ich mir mein zweites Buch von Britta Strauß im Verlag bestellt habe. Was kann ich als allgemeinen Eindruck sagen? Maritim plus Fantasy gleich: mir fehlen die Worte.

Das Cover finde ich unglaublich schön. Eine Frau im Meer, deren Oberkörper entblößt ist und die hingebungsvoll die Augen geschlossen hat, hält beide Hände an ihre Brustmitte, die hell leuchtet. Eine ausführliche Beschreibung des Covers wird im Buch selbst noch einmal gegeben, woraus sich im weiteren Verlauf der Geschichte ihre Bedeutung logisch erschließt.

Zum Schreibstil muss ich nicht viel sagen, wenn ihr meine Rezension zu „Hunter’s Moon“ gelesen habt. Wenn nicht, dann muss ich alle wieder mit einer Liebeserklärung an die Autorin nerven. Ich liebe ihre Schreibweise, ihre Beschreibungen über die Tiere im Meer, über die Eindrücke der jeweiligen Figuren. Die Beschreibungen sind so traumhaft schön, dass ich selber so bald wie möglich einen Tauchkurs machen und ins offenen Meer schwimmen möchte 😀 Die Gefühle der Protagonisten sind so unglaublich: Eigentlich weiß man, wie es sich anfühlt, aber mit den Worten von Britta Strauß gewinnen sie, so scheint es mir, erst an Tiefe.

Teilweise waren auch so tiefgründige und weise Erläuterungen im Buch, die über die Bedeutung des Lebens sinnierten, was mir persönlich auch sehr gefallen hat.

Inhaltlich ist die Geschichte in drei Erzähl-Ebenen unterteilt: der Leser befindet sich zu Beginn des Buches im Jahr 2052, der im Großen und Ganzen den Rahmen der ‚Kerngeschichte‘ darstellt, zu dem zwischendurch immer wieder gewechselt wird. Im ersten Drittel des Werkes wird ein kleiner Einschub aus 1978 gegeben, der für das Verständnis der weiteren Entwicklungen relevant ist, damit zum ‚Kern‘ (im Jahr 2009), übergegangen werden kann. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hatte am Anfang befürchtet, dass dieser Wechsel mich (teilweise) verwirren würde. Auch wenn ich mit Stift und Block daneben stand und mir die Jahre und Personen notiert habe, wie damals in der Schule 😉 hat die Autorin die Übergänge und die Bögen meiner Meinung nach richtig gut gespannt. Nachdem man in den Ereignissen drin war, fand ich es weder hinderlich noch lästig, im Gegenteil: Das hat die Spannung sogar noch weiter erhöht, die durchgehend vorhanden ist.

Zwei Mal musste ich schmunzeln: bei Ukulele und beim Seelenfresser. Ukulele ist in „der Seele des Ozeans“ eine meiner Lieblings-Personen, womit der Autorin eine Hommage auf Israel Kamakawiwo’ole mit seinem Lied „Somewhere over the rainbow“ meiner Meinung nach richtig gut gelungen ist. Der Seelenfresser hat mich sehr an „Pirates of the Carribean“ erinnert, aber mehr verrate ich nicht dazu, lest das Buch selbst und ihr werdet schon wissen was ich meine 😉 Ein Mal musste ich richtig lange und laut lachen, denn: eines meiner Lieblings-Filme findet auch Erwähnung im Buch!! Ich sag nur: schaut euch den Namen meines Blogs an 😀

Die Seele des Ozeans ist eine traumhafte Fantasy-Geschichte, die in mir die Sehnsucht nach der friedlichen Einsamkeit in einer Hütte am Meer, fern von den täglichen Geschehnissen auf der Erde, geweckt hat. Wieder habe ich mich in die Welt von Britta Strauß verliebt, wieder entfachte sie eine Tauchliebe in mir, die mich mehrmals während meiner täglichen Busfahrten meine Haltestelle verpassen ließ. Die durchgängig anhaltende Spannung im Buch sowie die Authentizität der Personen und der Ereignisse, haben mir wunderbare und unterhaltsame Stunden geboten, deren Ende viel zu schnell kam. Die wunderbare Geschichte von Kjell und Fae hat mich von Anfang an sehr überzeugt, in tiefe Welten entführt, aus denen ich nicht mehr auftauchen wollte. Das bittersüße Finale, ließ mich Nachts um 2 heulend im Bett liegen, während ich das Buch an meine Brust drückte… Ein Traum von Buch und ein absolutes Muss! ❤

Eure immer noch in nostalgischen Erinnerungen schwelgende umivankebookie

Das Buch kaufen

Die Facebookseite von Britta Strauß

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4 Kommentare zu „Rezension “ Die Seele des Ozeans“ (Britta Strauß)“

    1. Aaaaaaah wie cool, konnte ich einen weiteren potentiellen Fan für Britta gewinnen? 😀 Sie schreibt wirklich superschön. Lies Indigo unbedingt bald und du wirst wissen was ich meine. Und dieses Buch war so schön, gerade die Schilderungen im Meer mit den Walen und Delfinen…ich war hin und weg ❤ ich liebe Britta Strauß, sie ist für mich eine Autorin, deren Bücher ich komplett haben will, genauso wie Nina Blazon :p

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